Der Verein

Am 22.07.2008 trafen sich sieben Hundesportler in Lotte Osterberg und gründeten den Schäferhundverein  RSV2000 OG Osnabrück & Umgebung e.V als Ortsgruppe des RSV2000.
Die OG  Osnabrück & Umgebung ist somit die dritte Ortsgruppe innerhalb des Schäferhundverein RSV2000

Warum eine OG RSV2000 ? Weil wir, die sieben Gründungsmitglieder, dazu beitragen wollen, die Rasse   Deutscher Schäferhund in ihrer Ursprungsform als Gebrauchshund nach Stephanitz zu erhalten und wir voll und ganz hinter der Philosophie des Dr. Helmut Raiser stehen. Jeder Liebhaber der Gebrauchshund Rasse Deutscher Schäferhund, außer natürlich diejenigen, welche die rosa rote SV - Brille tragen und denen ihr Geldbeutel mehr bedeutet als der Deutsche Schäferhund, sollte um den Erhalt der Rasse in der Ursprungsform bemüht sein. Dieses ist leider, unter dem SV in der jetzigen Form nicht möglich.

Der RSV2000  wird eine Gelegenheit sein für diejenigen, die ihre Interessen im SV nicht mehr oder nur unzureichend gewahrt glauben. Hierbei fokussiere wir uns eher auf das allgemeine Interesse für den Erhalt eines auf  Dauer angelegten Zuchtstandards als auf das Individualinteresse des Einzelnen.

Es liegt alleine in der Hand der Hundeführer, die sich einen gebrauchstüchtigen Deutschen Schäferhund wünschen. Wenn Sie dafür eintreten, das dass  Hauptaugenmerk auf Gesundheit und Leistungsfähigkeit gelegt wird ,so kann die Zukunft dieser HF nur beim  RSV 2000 liegen.

Rittmeister a.D. Max v. Stephanitz der Mann , dem Viele Vieles zu verdanken haben ! Begründer der Rasse Deutscher Schäferhund

Sein Leben für den Deutschen Schäferhund

Jeder, der sich auch nur ein wenig mit Schäferhunden auskennt, kann den Inhalt dieses Abschnitts fast auswendig "herunterbeten";aber für die jenigen, denen die Hunde und ihre Geschichte noch nicht so geläufig sind, wollen wir einen würdigenden Blick auf den Mann richten, der wegen seiner Zielstrebigkeit, seiner hohen kynologischen Kompetenz, seines unermüdlichen Einsatzes zu Recht der Gründervater der Rasse DEUTSCHER Schäferhund genannt werden kann, ja, sogar muß.

Max von Stephanitz, Sohn uralten Adels, wurde am 30. Dezember 1864 in Dresden geboren und wollte eigentlich gerne Landwirt werden, schlug aber doch die Offizierslaufbahn ein.
Bei einem Manöver Anfang der 90er Jahre des vorher gegangenen Jahrhunderts beobachtet der junge Adjutant v. Stephanitz, immer noch interessiert an Allem Landwirtschaftlichen, in der Kölner Gegend einen Schäfer bei seiner Arbeit. Er erkennt, wie die diensttuenden Hütehunde nur durch knappe Gesten des Hirten geleitet, ihrer Hütearbeit nachgehen - und ist vom Augenblick an fasziniert.
von Stephanitz setzte in der Folge alles daran, solche Tiere selbst zu besitzen - und wenn er sie nicht für Geld bekäme, dann würde er sie eben selbst züchten, das war nunmehr sein Bestreben.

Er ließ sich bald darauf an die Veterinärschule in Berlin versetzen und begann nach seinen "Traumtieren" fieberhaft zu suchen. Nur, wo sollte er fündig werden - und wonach suchte Er überhaupt ? - Die damals in Deutschland gebräuchliche Hütehundpopulation war alles andere als "einheitlich". So genannte "Landschläge", d.h. nach Vorlieben, hütetierspezifischen und geografischen Gegebenheiten und vor allem auf Gebrauchstüchtigkeit selektierte Hundetypen  bestimmten das Bild. Die Hunde in Ostdeutschland (Thüringen) sahen anders aus, als die Württemberger oder Elsässer und die wiederum unterschieden sich von denen der norddeutschen Tiefebene.
Wonach also suchen ?
In den Folgejahren ging Er nun ganz in der neuen Leidenschaft für "seine" Hunde auf. - Bereits am 16. 12.1891 hatten sich Schäferhundfreunde zu einem ersten Verein, dem "Phylax" zusammengeschlossen, dieser zerstritt sich aber, wie es so oft in Vereinen ist, und zwar offenbar genau an der Frage der Gewichtung des Zuchtinteresses. V. Stephanitz drückt das später aus der Erinnerung so aus : "Beim ersten Zuchtverein unserer Rasse, beim "Phylax", unterdrückte die einseitige Betonung des Nurluxushund-Standpunkts sehr bald die ursprünglichen Absichten der Gründer dieses Vereins, deren Bestrebungen, gleich den unseren, auf Verbesserung des Gebrauchshundes gerichtet war."  ( Kommt doch irgend wie bekannt vor, oder ? )
Die Folge war die Auflösung des "Phylax" im Jahre 1894. - Mit dieser Vereinsauflösung muss offenbar eine starke Zunahme der Schäferhundzüchterei in Deutschland einhergegangen sein; die bis dahin favorisierten ausländischen (vor allem britischen) Rassen traten zugunsten der Deutschen nun mehr und mehr in den Hintergrund. Man stritt sich um Fellarten- und -Farbe, die Größe und Gestalt und nicht zu vergessen, die Ohrenform.
Im wesentlichen "stritten" zwei Stämme um die Gunst späterer Abnehmer: - Zum einen die Norddeutschen / Thüringer mit ihrem PLUS der (meist) Stehohrigkeit und der wolfsgrauen Färbung und dem Manko der wohl öfter auftretenden Ringelrutigkeit. Bei v. Stephanitz liest sich das so: "Im übrigen war dieser Hund sehnig und derb, oft etwas klein und untersetzt; als Gebrauchshund voller Nerv, was sich bei der arbeitslosen Liebhaberhaltung leider oft in unleidliche Ungezogenheiten und zügellose Wildheit umsetzte
Die Württemberger, also die eher süddeutschen (und elsässischen) Typen zeigten öfter Mängel in der Stehohrigkeit, übertrafen aber den Thüringer in der Rutenhaltung, waren größer und kräftiger : "Es waren zumeist große, knochenkräftige, angelegte Gesellen mit guter Hinterhand und flottem Gange. Wie es bei großen Schlaksen aber häufiger zu finden, vielleicht nicht so voll überschäumenden Lebens. Griffen sie aber zu, dann derb."
Vor allem die süddeutschen Züchter erkannten bald, was zu tun war, um die damaligen Marktinteressen zu befriedigen, sie kauften in großem Stil im Norden stehohrige, wolfsgraue Hunde und schufen in der Kombination mit ihnen und der heimischen Population das, was v. Stephanitz  als "das bekannte Ei des Kolumbus" nennt, der DEUTSCHE SCHÄFERHUND war (schon fast) geboren.

Max von Stephanitz war indessen nach Oberbayern gezogen, hatte sich seiner später geäußerten Vorliebe für Hündinnen , eine solche bei sich aufgenommen - Freya. -  Auf die Frage, welches der Geschlechter leichter erziehbar und geeigneter für die spätere "Berufsverwendung" sei, antwortet er :"Ich für meinen Geschmack ziehe unbedingt die Hündin vor, aber die Frage ist nicht so ohne weiteres zu beantworten": Vielleicht rührt diese Präferenz auch ein wenig von den "Erfahrungen" mit seinem ein Jahr nach Freya erworbenen neuen "STAR" der Szene, dem Rüden "HEKTOR LINKSRHEIN" ,her.
Von Stephanitz bezeichnet den etwa 61 cm hohen Rüden auf als gutes Schicksal der Schäferhundzucht,  bescheinigt dem nach der Bahnstation des oberbayerischen Wohnorts später "umgetauften" "HORAND VON GRAFRATH" aber gleichermaßen, er sei "In der Jugend leider nicht erzogen, trotzdem in der Hand des Herrn gehorsam auf den leisesten Wink, aber, sich selbst überlassen, der tollste Unfugstifter, der wildeste Raufer und ein zügelloser Hetzer."  Gute Hunde haben übrigens schon immer ihren Preis gehabt, das musste auch der Rittmeister erfahren, am 15.1.1898 wechselte Hektor Linksrhein, der spätere HORAND V. GRAFRATH für sage und schreibe 200 Mark (+ 20 Mark Spesen) den Besitzer.

Horand muß in fast idealer Weise dem Idealbild, das von Stephanitz vorschwebte, sehr nahe gekommen sein, denn er läßt ihn nach Gründung des "Vereins  für DEUTSCHE SCHÄFERHUNDE (SV)" (am 22. April 1899 in Karlsruhe) und Erstauflage des Zuchtbuchs für Deutsche Schäferhunde (SZ) als Nr. 1 dort eintragen. Interessant ist, daß eben dieser Horand aus dem Frankfurter Zwinger eines Liebhaberzüchters oder, wie v. Stephanitz schreibt, eines einseitigen "Luxushund"-Freundes' stammte.
Als unangefochtener Präsident des SV leitete und bestimmte Max von Stephanitz das Zuchtgeschehen über viele Jahre. Anhand des zahlreichen Bildmaterials in seinem zum Standardwerk gewordenen Buch lässt sich eindrucksvoll und sehr deutlich sein Streben nach dem idealen, weil universell einsetzbaren Gebrauchshund ablesen, den wir heute als DEUTSCHEN SCHÄFERHUND kennen und (hoffentlich) lieben. Ausgenommen natürlich die heutige Hochzucht mit ihren “ Raketenabschussrampen “
Max von Stephanitz starb am 22. April 1936 - man erinnere sich, - am Gründungstag des Vereins für Deutsche Schäferhunde - ein Zufall ?? Max von Stephanitz würde sich im Grabe umdrehen, wenn Er sehen könnte was Heute im Verein für Deutsche Schäferhunde ( SV ) los ist.